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Medieninformation


IGEL schließt die
Lücke der IG BOHR

„Mit dem Beitritt der Bürgerinitiative IGEL zur südbadischen Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hoch-Rhein (IG BOHR) haben wir eine Lücke geschlossen“, so Johannes Baumgaertner, Sprecher der neuen Initiative gegen Verkehrslärm- und Umweltbelastung im Bereich der Breisgauer Bucht. Damit wurde ein weiteres Etappenziel erreicht: In der Auseinandersetzung um das dritte und vierte Gleis kann die IG den Widerstand gegen die Pläne der Bahn zwischen Offenburg und Bad Säckingen nun durchgängig bündeln: "An den einzelnen Streckenabschnitten gibt es zwar unterschiedliche Probleme, aber die neun Bürgerinitiativen eint das gleiche Ziel: Die Planung der Trasse muss verbessert und die Lärmschutzgesetzgebung reformiert werden ," betont Gerd Kammers, Sprecher der IG BOHR.

Wie die derzeit federführende Initiative Bürgerprotest Bahn Herbolzheim/Kenzingen weiter erklärt, wird sich die IG BOHR in mehreren Arbeitskreisen auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG und den sie unterstützenden Behörden vorbereiten. Ein Schwerpunkt wird dabei sein, eine Billiglösung zu Lasten der betroffenen Bevölkerung zu verhindern. Der Grund: Die neue Trasse wird die mit am stärksten befahrene Gütertransitstrecke in Europa sein. "Wegen des zu erwartenden hohen Lärmpegels muss deutlich mehr für den Schutz der Bevölkerung getan werden als bisher geplant," erklärt Roland Diehl, Vorstandsmitglied der IG BOHR und Sprecher von MUT. Neben einem besseren Lärmschutz müssen nach Ansicht der IG BOHR außerdem die Interessen der Landwirtschaft stärker berücksichtigt werden, die durch den hohen Flächenverbrauch für die neue Trasse nicht in ihrer Existenz gefährdet werden dürfe.

Deswegen wird sich die IG BOHR auch der deutschen Lärmschutzgesetzgebung annehmen. Sie ist nach Ansicht auch vieler Experten überholt und begünstigt einseitig die Bahn. „Die bisherigen Regelungen spiegeln keineswegs die Gegebenheiten bei hohen Zugfrequenzen wieder,“ fügt Kammers hinzu. Ein besonderes Ärgernis sei dabei der so genannte Schienenbonus. Er erlaubt der Bahn, fünf Dezibel lauter zu sein als alle anderen Verkehrsträger, wodurch sie zu Lasten der lärmgeplagten Bevölkerung viel Geld spart. Die IG BOHR fordert deshalb u.a. auch eine sofortige Abschaffung des Schienenbonus und eine Gleichbehandlung der Bahn mit anderen Lärmverursachern auf der Grundlage der Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation. Dies könne nur mit einem neuen übergreifenden Verkehrslärmschutzgesetz erreicht werden, das die bisherige aus Sicht der Lärmbetroffenen mangelhafte Verkehrslärmschutzverordnung ablöst.

Im Zusammenhang mit dem Schienenbonus wird die IG BOHR auch ein juristisches Verfahren unterstützen, das das Ziel hat, den Schienenbonus vor Gericht zu Fall zu bringen. Die Aussichten dafür würden von Juristen als gut beurteilt, weil es bei den zu erwartenden hohen Güterzugzahlen und der absehbaren Privatisierung der Bahn eigentlich keinen sachlichen Grund für eine Bevorzugung mehr gibt, betont die IG BOHR. Die Interessengemeinschaft hat derzeit folgende Mitglieder: Arbeitskreis Bahn der Offenburger Bürgervereine, BI Bürgerprotest Bahn Herbolzheim/Kenzingen, Interessengemeinschaft gegen Lärm- und Umweltbelastung (IGEL), BI Mensch- und Umwelt schonende DB-Trasse Nördliches Markgräflerland (MUT e.V.), Interessengemeinschaft Katzenbergtunnel Bad Bellingen, BI Gegen den Hochrhein-Bypass Grenzach-Wyhlen, BI Gegen den Hochrhein-Bypass Rheinfelden, BI Gegen den Hochrhein-Bypass Schwörstadt, BI Gegen den Bypass Wallbach-Bad Säckingen.

 

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