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MEDIENINFORMATION - 22. Juli 2007

IG BOHR: Nun ist Oettinger bei "BADEN 21" am Zug

FREIBURG. Der Ausbau der Rheintalstrecke muss nach Ansicht der Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein (IG BOHR) den gleichen Stellenwert haben wie das Projekt Stuttgart 21. In einem offenen Brief an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus Südbaden fordern die in der IG BOHR zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen zwischen Offenburg und Bad Krozingen, dass die Politik des Bundes und des Landes nun mit dem gleichen Engagement für eine bessere Lösung für das dritte und vierte Gleis sorgen müsse: "BADEN 21, die Alternativtrasse der Bürger am Oberrhein vom Markgräflerland bis Offenburg, muss gleichrangig neben Stuttgart 21 stehen."

Die IG BOHR begrüßt dabei grundsätzlich die Entscheidung vom vergangenen Donnerstag: "Wir freuen uns, dass Stuttgart 21 endlich unter Dach und Fach ist und gratulieren Herrn Ministerpräsident Günther Oettinger dazu, denn jetzt hat er endlich den Kopf frei, sich auch um den menschenverträglichen Ausbau der Rheintalbahn zu kümmern." Die Bürger am Oberrhein erwarten jetzt ein Zeichen der Landesregierung, sich auch am Oberrhein finanziell zu beteiligen, etwa durch Vorfinanzierung oder Beteiligung an den Zusatzkosten einer Trassenlösung, die von den Menschen in einem 2000-jährigen Kulturraum akzeptiert werden kann.

Die entsprechenden Vorschläge für eine deutlich bessere Planung liegen auch schon auf dem Tisch, heißt es in dem Schreiben weiter. Dazu gehören:

  • eine Unterfahrung der Stadt Offenburg in einem Tunnel,
  • ab südlich Offenburg die Verlagerung der Neubautrasse mit reinem Güterverkehr an die A5 bis zur Einmündung in die Westumfahrung Freiburgs,
  • im Westen Freiburgs, je nach örtlichen Bedingungen, weitestgehende Trassenabsenkung bis zum Nordportal des Mengener Tunnels,
  • eine teilgedeckelte Tieflage vom Südportal des Mengener Tunnels bis südlich von Buggingen.

Die Mehraufwendungen in der Größenordnung von einer Milliarde Euro seien diesem Jahrhundertbauwerk auch durchaus angemessen. Denn die bisher vorgelegte Billigstlösung für die Neubautrasse sei nichts anderes als eine gigantische Kostenverlagerung auf die betroffenen Menschen und Kommunen. Akzeptanz für die neue Strecke sei nur erzielbar, wenn diese Kosten direkt in die Baumaßnahme fließen, wo sie auch hingehören. Der anstehende Bau neuer Schienenstrecken muss also mit Rücksicht auf die Gesundheit, die Lebensqualität und das Immobilieneigentum der betroffenen Bevölkerung sowie der Zukunftsperspektiven der Kommunen anders erfolgen, als es die Planungen der Bahn vorsehen. "Dazu bedarf es wesentlich höherer Investitionen des Auftraggebers der Baumaßnahme, um die damit verbundenen Kollateralschäden zu vermeiden", heißt es in dem Schreiben weiter.

Sie können die Medieninformation (Juli 2007): IG BOHR: Nun ist Oettinger bei "BADEN 21" am Zug auch hier als pdf-Dokument öffnen und herunterladen.

 

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